Eigene Berichte  


 

 

 

 


Müntefering-Vortrag 29.03.2017 im Gemeindesaal der Evgl. Kirche Bad Honnef






















Es war die erste Veranstaltung zu unserem Jubiläumsjahr und ein gelungener Auftakt: Insgesamt fanden sich 150 Personen im evgl. Gemeindesaal ein, um den Ausführungen von Franz Müntefering zum „Älterwerden in dieser Zeit“ zu folgen. Schwerpunkte des Vortrags waren u.a. der „demographische Wandel“, die Herausforderungen, vor die er uns stellt, und die Bedeutung einer solidarischen unterstützenden Haltung, wie sie sich auch in der Hospizarbeit zeigt, als (einzige) gesellschaftliche Tugend, die gewährleistet, vor den Ansprüchen der (kommenden) Zeit bestehen zu können.

Der Vortrag war ein bewegendes Zeugnis und Plädoyer für eine Haltung der Verantwortung füreinander, die weder gesetzlich eingefordert noch vorweggenommen, die nur aus eigener Einsicht und Entscheidung wahrgenommen werden kann und gerade deshalb der „tragende Rücken“ einer humanen Gesellschaft ist.

Der Eindruck, den dieses Plädoyer auf die Zuhörer machte, zeigte sich neben der Zahl der Zuhörer in der sich anschließenden Fragerunde, die etwa noch eine halbe Stunde andauerte.


Orgelführung am 29. Oktober 2016

Wie Holz und Metall zum Singen gebracht werden


Es sollte der Höhepunkt des Dankeschön-Tages werden. Nach gemeinsamer Hinfahrt wurden wir – wie verabredet – um 14 Uhr von Herrn Habbig am Eingang der Bonner Orgelwerkstatt begrüßt und nach kurzen einführenden Hinweisen zur Führung in den schrittweisen Entstehungsweg von den Rohmaterialien Holz und Metall hin zum fertigen Orgelwerk mitgenommen: Von Auswahl und Lagerung der verschiedenen Hölzer, ihrem passgenauen Zurechtschneiden, der Ineinanderfügung hin zu der allmählich sich abzeichnenden Gestalt des künftigen Werkes.


Jeder der Räume durch die wir – gemäß der Chronologie der Entstehungsstadien – geführt wurden, hatte entsprechend der verarbeiteten Materialien und verwendeten Instrumente und Vorrichtungen einen eigenen Geruch mit unterschiedlicher Anreicherung von Holz, Metall, Kleb- und Reststoffen.

 

Der Eindruck, der sich mit den erläuternden Entstehungsschritten einstellte, war der einer fast unüberschaubaren Komplexität der zur Herstellung bzw. Ermöglichung der Orgelklänge benötigten Technik in der Weiter- und Umleitung, Absperrung und Öffnung der einzelnen Luftwege, an deren Ende der gewünschte Klang und die gewünschte Klangart steht.


Mit jedem neuen Raum und Arbeitsplatz bekam unsere Gruppe Auskunft in der notwendigen Ausführlichkeit und Anschaulichkeit über das erforderliche Handwerk, das hinter den einzelnen Schritten der Herstellung steht. Dabei wurden uns die jeweiligen Einzelheiten so nahegebracht, dass wir einen greifbaren Eindruck von dem Können und der Kunst gewinnen konnten, die es beinhaltet: Von der Register- und Manualtechnik bis hin zu der die Tonerzeugung benötigten Luftbrechung in den unterschiedlichen Techniken und Materialien der    Orgelpfeifen, der optischen Gestaltung einer Orgel – und dem Wettbewerb mit anderen Orgelwerkstätten in der optischen Gestaltung einer Orgel.


Am Ende der zweistündigen Führung blieb bei jedem von uns ein Begriff von der handwerklichen Meisterschaft, die hinter einem vollendeten Orgelwerk steht, und die Fähigkeit, Orgelmusik, wo sie erklingt, bewusster zu hören und zu genießen.


Petra Munko wird in die Trauerbegleitergruppe der Ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef aufgenommen

 

Die Trauerbegleitungsgruppe der ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef e.V. bekommt Zuwachs:  Nach einer Zeit von 16 Monaten in der Ausbildung und dem erfolgreichen Abschluss des vom Bundesverband Trauerbegleitung e.V. angebotenen Kurses „Trauer erwärmen“ ist Petra Munko im Rahmen einer Vorstandssitzung vom 20. September offiziell in die Gruppe der Trauerbegleiter aufgenommen worden, die von Trauerbegleiterin Jutta Niederländer geleitet wird. Seit einigen Jahren war Petra Munko bereits als Hospizhelferin im Rahmen von Sterbebegleitungen für die Hospizbewegung tätig.

 

Vorstandsvorsitzende Irmgard Kraft (re.) und Trauerbegleiterin Jutta Niederländer (li.) beglückwünschen Petra Munko zur offiziellen Aufnahme in die Trauerbegleitergruppe

Petra Munko berichtete in diesem Rahmen von einer dichten und intensiven Zeit des Kurses, an dem insgesamt 19 Personen teilnahmen. Jeden der Kursteilnehmer brachte eine eigene Geschichte zu diesem Kurs – auch das war einer der Gründe, warum der Kurs als gegenseitige und persönliche Bereicherung erlebt wurde.  So wurde die gegenseitige Verschränkung der Trauer des Anderen mit dem eigenen Trauerweg reflektiert und vertieft, die notwendige Unterscheidung und die notwendige Beziehung von beidem, verknüpft mit der Frage: „Wohin geht mein eigener Trauerweg?“ Ein wesentlicher Aspekt der Inhalte wie Trauer, Trauerarbeit, Biographie, Kommunikationswege war der einer bewussten Abgrenzung der eigenen Anteile, Erlebnisinhalte und der bewussten Beziehung zum Anderen, die diese Abgrenzung ermöglicht.

Nach der Abfassung einer eigenen schriftlichen Arbeit zu diesem Themenfeld mit dem Titel „Hospiz bewegt Pflege“ (Petra Munko arbeitet in der ambulanten Pflege) und dem Erhalt des Zertifikates, freut sie sich auf den Einstieg in die eigentliche Begleitungsarbeit. Ihre erste Begleitung hat sie bereits übernommen, findet schon jetzt vieles aus dem Kurs Mitgenommene wieder – und ist gespannt auf die kommenden Erfahrungen in der Begleitungstätigkeit.

Die Vorstandsvorsitzende, Frau Irmgard Kraft, würdigte in dieser Vorstandssitzung noch einmal den Aufwand, nicht  zuletzt an Zeit, den die Ausbildung beinhaltete, und bedankte sich, auch im Namen des Vereins, für die Unterstützung, die Frau Petra Munko auf diesem Wege der Ökumenischen Hospizbewegung zukommen lässt.

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Jackson Wilms

Vortrag "Humor in schweren Zeiten" von Martina Kern


Zum Anfang ihres Vortrages ging Martina Kern, Mitarbeiterin der ALPHA Bonn (der Ansprechstelle für Palliativ- und Hospizarbeit in NRW), auf die Schwierigkeit ein, angemessen über den Humor zu sprechen, d.h. auf eine Weise, über die der Humor selbst nicht abhanden kommt – „es gibt nichts Humorloseres, als den Versuch, den Humor in eine „erklärende“ Definition zu fassen“ – da der Humor darin „seinen Stellenwert behauptet“, dass er Definitionen (insbesondere die über ihn) als unabschließbare Kontrasterfahrung sukzessive durchbricht – er ist das, was definitorischen Bemühungen über ihn „immer wieder eins auswischt“. Die einzige Weise, ihm näherzukommen, ist die, ihn zu Wort kommen zu lassen und einen Blick darauf zu haben, wann, wo und wie er zu Wort kommt („wie“ nicht verstanden als Ablaufdiagramm sondern als Wirkungsbeschreibung).   

Wenn ich mich dem Humor auf diese Weise annähere, ihn „für sich selbst sprechen lasse“, so erweist er sich in den Zeiten, die sich uns „als schwer zumuten“ als „lachendes Dennoch“ – im Blick auf Patienten, die sich in einer von Leid und Krankheit geprägten Situation befinden, sind es die, die „gegenschiessen“, die sich als Menschen mit Humor erweisen und ihn als tragfähig und wirksam erfahren.

Humor ist eine Interpretation der Welt, die ihr – in den Momenten, in denen er aufblitzt – die Schwere nimmt; er fällt selbst aus der Wirklichkeit heraus, eröffnet einen anderen Blickwinkel auf sie, dreht sie einmal herum, und erweist sich in den Momenten, in denen sie dies tut, als unverschämte Freiheit, dessen fähig zu sein (Cartoon dazu: Mutter und Tochter stehen vor einem rollbaren Verkaufsstand, an denen „Crepes“ verkauft werden – die Mutter fragt die Tochter, ob sie eines davon haben möchte – die Tochter lehnt ab: „Nein, Mutter, Oma ist doch an Crepes gestorben!“). Die Trauerbegleiterin Monika Müller beschreibt Humor als „Kurzferien vom Sich-Betreffen-Lassen“.

Humor schafft Leichtigkeit, die sich unabsehbar, sozusagen zu ihrer eigenen Überraschung, einstellt: „Wenn das Misslingen da sein darf, wird Platz frei, um wieder lachen zu können.“

Durch das So-Sein-Dürfen, das Entwaffnen dessen, was nach den eigenen Ansprüchen nicht sein darf, durchbricht Humor in einer Begleitungssituation die Sprachlosigkeit zwischen Begleiter und Begleitetem. Seit einiger Zeit sind es deshalb „Klinik-Clowns“, deren „Auftritte“ unter den Patienten eine wirksame Entlastung und Senkung des Leidens erreichen – sie vermitteln die Erfahrung, dass sich auch das als Grenzerfahrung empfundene Leid in einem menschlichen Bereich wiederfinden lässt, in dem es möglich ist, diesem Leid ins Gesicht zu lachen.

Zur Veranschaulichung dessen zeigte Martina Kern Szenen des Spielfilmes „Patch Adams“: Er erzählt die wahre Geschichte eines Arztes, dem es gelingt, dem Leid und der Angst seiner Patienten mit Humor wirksam entgegen zu treten, sie sozusagen „umzudrehen“ und zur Pointe einer komödiantischen Fußnote zu machen – auf eine Weise, die die Würde der Patienten nicht nimmt, sondern zurückgibt.

Abschließend machte Martina Kern auf die soziale Funktion des Humors aufmerksam: So ist es Humor, der in einem Team zu weniger Stress, größerer Tragfähigkeit, Leichtigkeit - und in diesem Sinne auch zu größerer Leistungsfähigkeit (und weniger Leistungsdruck) führt.

 

Auch hier ergänzt Humor mühelos das (scheinbar) Fehlende, vermittelt ein Ganz-Sein, das entgegen der Unfertigkeiten und Brüche möglich wird bzw. bleibt.

 

Dass der Vortrag von Martina Kern nicht ohne Eindruck und Wirkung blieb, zeigte sich auch an eigenen Erfahrungen von Humor in schweren Zeiten, die abschließend von den Teilnehmern ausgetauscht wurden – und daran, dass während der Veranstaltung viel gelacht wurde und gelacht werden durfte.


Bericht des Veranstalters Hospiz Neuwied anläßlich einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung über einen Vortrag unserer Koordinatoren Guido Jackson Wilms und Nicola Hamelmann am 25. April 2016 in Linz

"Emotionale Intelligenz"

Vortrag für Menschen in der Sterbe- und Trauerbegleitung


Guido Jackson Wilms und Nicola Hamelmann machten die Bedeutung der emotionalen Intelligenz deutlich

Wenn Worte an ihre Grenzen stoßen und starke Gefühle das Leben bestimmen: In der Sterbe- und Trauerbegleitung braucht es Menschen, die nicht nur zu-, sondern hinhören und genau hinsehen; Menschen, die die Fähigkeit haben, ihre eigenen Gefühle und die anderer wahrzunehmen, sie zu verstehen und sie zu beeinflussen. Vor über 40 ehrenamtlichen Hospizbegleitern des Hospizes im Kreis Neuwied und des ambulanten Hospizdienstes Bad Honnef machten Guido Jackson Wilms und Nicola Hamelmann von der Ökumenischen Hospiz-bewegung Bad Honnef deutlich, wie sehr es auf die sog. emotionale Intelligenz im Umgang mit Sterbenden und Trauernden ankommt. In ihrem Vortrag, zu dem das Hospiz im Kreis Neuwied ins Historische Rathaus nach Linz eingeladen hatte, erläuterten die beiden Redner, wie wichtig das Zusammenspiel von Kopf und Bauch ist und dass sich Verstand und Emotion nicht gegeneinander ausspielen, sondern  hervorragend ergänzen. Für Menschen, die Sterbenden oder Trauernden zur Seite stehen, heißt dies: Es braucht Achtsamkeit und Empathie, um Spuren zum Anderen zu finden. Es bedeutet aber auch, sich abzugrenzen. „Mitleiden hilft keinem“, stellte Nicola Hamelmann klar. Nach Meinung der Expertin geht es vielmehr darum, dem Gegenüber authentisch Wertschätzung entgegenzubringen, gute Momente durch Gespräche und Erinnerungen zu schaffen oder die Angst vor dem, was kommen wird, zu nehmen.      


Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Jackson Wilms

Hospizhelfer-Wochenende vom 28. - 29. August 2015

 

Wie jedes Jahr, so lud auch diesmal die ökumenische Hospizbewegung Bad Honnef e.V. ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter zu einem „Hopsizhelfer-Wochenende“ ein. Ort der Veranstaltung war - wie im Jahr zuvor - das Rosa-Flesch-Tagungszentrum in Waldbreitbach.

Das diesjährige Thema hieß: „Humor und Kommunikation in der Hospizarbeit“. Humor mag auf den ersten Blick nicht das Erste sein, was mit der Hospizarbeit verknüpft ist. Erkennbar wird der Bezug, wenn einer der Leitsätze in der Hospizarbeit hinzugenommen wird; dass das Leben gerade auch im Sterben nicht aufhört. Eine Grunderfahrung in der Hospizarbeit ist die, dass immer wieder Augenblicke möglich werden, in denen gelacht werden darf und in denen nicht dem Tod, sondern dem Leben das letzte Wort gegeben wird: „Wer bis zuletzt lacht, lacht am besten.“

 

Nach einer Einführung am ersten Tag war es der Theologe und Kommunikationsexperte Klaus Aurnhammer, der durch Übungen und vertiefende Impulse das Thema veranschaulichte und den Teilnehmern „in die Hände legte“. Erreicht werden sollte so eine große Sensibilität im angemessenen Umgang mit Humor in der Hospizarbeit.

Inhaltlich wurde deutlich, auf welche Weise Humor und Kommunikation miteinander verbunden sind, und der Lernerfolg des Wochenendes zeigte sich auch darin, dass viel miteinander gelacht wurde – und gelacht werden durfte.

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms zum 

  

Sendungsgottesdienst am 22.06.2015

 

Wie im letzten, so sollte auch in diesem Jahr der aktuelle Befähigungskurs der ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef e.V. seinen offiziellen Abschluss in einem Sendungsgottesdienst mit anschließendem Empfang finden. Und auch diesmal war es das Ende einer reichhaltigen Zeit von 10 Monaten (von September 2014 bis Juni 2015), in der Inhalte der Hospizarbeit erarbeitet und vertieft wurden. Diese Zeit wurde von den Kurseilnehmern als Weggemeinschaft und als persönliche Bereicherung erlebt. Der Sendungsgottesdienst und der anschließende Empfang sollten die letzten beiden Wegmarkierungen des Kurses sein.

 

Mit den alten sowie den neuen Hospizhelfern und einigen Angehörigen fanden sich insgesamt etwa 40 Teilnehmer in der evangelischen Erlöserkirche ein. In der ökumenischen Veranstaltung waren die Pfarrerin Frau Britta Beuscher und der katholische Pfarrer Herr Bruno Wachten die Zelebranten des Sendungsgottesdienstes.  

 

In der Predigt ging Frau Beuscher auf den besonderen Wert ehrenamtlicher Hospizarbeit ein als einer Tätigkeit. die sich nicht dem Grundsatz der Machbarkeit, sondern dem der Beziehung verschreibt, die gerade dann trägt, wenn sich Können und Machbarkeit als hinfällig erweisen. So wurde unterschieden zwischen einer Freude, die sich in Beliebigkeit und Gefälligkeit erschöpft, und der Haltung, Zeugnis zu sein und zu geben von einem Leben, das auch im Sterben nicht aufhört. Sie wurde als prägend für die Haltung in der Hospizarbeit herausgestellt.

 

Im Anschluss wurden die mit persönlichen Widmungen versehenen Pastorale sowie Textsammlungen zu verschiedenen Situationen in der seelsorglichen und hospizlichen Begleitung an die Kursabsolventen durch die Vorstandsvorsitzende des Hospizvereins Frau Irmgard Kraft überreicht.

 

Nach Verleihung der Zertifikate wurde das erste Gruppenfoto der neu gewachsenen Hospizgruppe festgehalten.

Neu ausgebildete Hospizhelfer mit Mitgliedern des Vorstandes und Pfarrerin Beuscher

 

Den zweiten, geselligen Teil des Abends bildete der Empfang – er bot die erste Gelegenheit zur Begegnung und dem ersten Kennenlernen von alten und neuen Hospizhelfern. Eingerahmt wurde er von der Aushändigung der Hospizhelfer-Zertifikate durch Frau Irmgard Kraft und Frau Dr. Sylvia Wesser mitsamt einer Sonnenblume, dem „Symbol“ der Ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef. Frau Kraft nutzte die Gelegenheit, die Kursabsolventen auch im Namen des Vorstandes herzlich willkommen zu heißen und den Wert der Hospizhelfertätigkeit als emotionale und persönliche Unterstützung der Betroffenen und deren Angehörige hervorzuheben, den Wert der Bereitschaft dazu und die Notwendigkeit einer Befähigung zu dieser Tätigkeit.

 

So fand der Abend bei regen Gesprächen und fröhlichem Anstoßen der Gläser seinen Ausklang als erster gemeinsamer Schritt auf dem Weg zu denen, die hospizliche Begleitung und Unterstützung benötigen.

 

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms zum Diskussionsabend am 19.01.2015:

 

„Aktive Sterbehilfe" - soll sie erlaubt sein?

 

Über 100 Gäste fanden sich am vergangenen Montag im Gemeindesaal der Evgl. Kirche ein. Die Ökumenische Hospiz-bewegung Bad Honnef e.V. hatte zu einem Diskussionsabend zum Thema Sterbehilfe eingeladen und der volle Saal veranschaulichte eindrucksvoll wie viele Menschen dieses Thema beschäftigt. Der Abend hatte vor allem das Ziel, die verschiedenen Standpunkte darzulegen, zu informieren und gemeinsam ins Gespräch zu kommen. 

Um den Abend inhaltlich zu bündeln und von verschiedenen Seiten zu beleuchten, standen vier Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen zur Verfügung: Rechtsanwältin Dorothee Assenmacher-Beth, Bundestagsmitglied Peter Hintze, sowie die Vorstandsmitglieder Frau Dr. Sylvia Wesser, Palliativärztin und Pfarrer Bruno Wachten. Die Moderation übernahm der im Diözesanrat tätige Seelsorger Hans Bernd Hagedorn. 

Mitgestaltet wurde der Abend durch Schüler und Schülerinnen des Ethikkurses der Linzer Robert-Koch-Realschule, die sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. Sie eröffneten den Abend mit einem Standbild, in dem sie Plakate hochhielten, auf denen Aussagen vom Patienten bis zum Politiker festgehalten waren.   

Die Podiumsvertreter

 

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Frau Irmgard Kraft hatten alle Podiums-vertreter ein erstes Statement mit Bezug auf die Plakate ab- gegeben. Peter Hintze gab einen Überblick über die drei Positionen im Bundestag, die sich im Laufe der Debatte herausgebildet haben, verbunden mit der erfreulichen Ankündigung, dass die Gesetzesänderung zur Stärkung der hospizlichen und palliativen Versorgung vorgezogen und somit noch vor der Neuregelung der Sterbehilfe beschlossen werden wird. Frau Assenmacher-Beth veranschaulichte die derzeitige Gesetzeslage und wie sie sich in der Praxis auswirkt. Frau Dr. Wesser bemerkte, dass am Lebensende die Lebensqualität höher bewertet werden sollte, als nur auf das medizinisch Machbare zu schauen, Leiden aber bestmöglich gelindert werden müssten, und Herr Wachten gab zu Bedenken, wie unkonkret und individuell der Begriff der Würde ist. 

Im Anschluss daran wurde das Publikum in die Diskussion einbezogen. Viele Fragen und Aussagen zeigten den sehr persönlichen und differenzierten Umgang mit diesem schwierigen Thema. Einig waren sich die geladenen Gäste darin, dass wir in Deutschland bereits ein gutes palliatives Netzwerk haben und bei Einbindung aller Möglichkeiten. die medizinisch-pflegerische Versorgung sowie die mental-soziale Begleitung durch ehrenamtliche Hospizhelfer nur in wenigen Ausnahmefällen an Grenzen stößt.  

Was dann zu tun ist, bleibt letztendlich immer eine Gewissensfrage für alle Beteiligten. Denkanstösse dazu gab es genug. Die Achtsamkeit mit der die rege Diskussion angesichts der Sensibilität des Themas geführt wurde, blieb der bestimmende Eindruck des Abends.

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms zum Vortragsabend am 17.09.2014:

 

„Selbstbestimmung im Alter"

 

Der Themenabend, zu dem die ökumenische Hospizbewegung Bad Honnef e.V. eingeladen hatte, griff viele Fragen auf, die sich zum Thema „Selbstbestimmung im Alter“ stellen: Welche physiognomischen und psychischen Schwierigkeiten kann das Alter beinhalten? Und wie lässt sich dem vorbeugend entgegegnwirken?

Der Schwerpunkt dieses Themenabends lag auf den gereontologischen, also altersmedizinischen Aspekten des Themas,  die vom Vortragenden, Dr. Helge Güldenzoph, Chefarzt a.D. der Gereatrie des Malteser-Krankenhauses Bonn Rhein-Sieg aufgeführt wurden: Welche Möglichkeiten der Umsetzung gibt es für eine Selbstständigkeit als Voraussetzung für Selbstbestimmung? Und vor welchem – medizinischen, psychololgischen und soziologischen – Hintergrund steht dieser Wunsch?

Genannt wurden die (Lebens)erwartungen wie Kultur, Reisen als Bedingungen für ein würdevolles Leben im Alter, Ängste vor Erkrankung, Verarmung, Vereinsamung und Demenz vor dem Hintergrund eines höher werdenden Altersdurchschnitts und einer dadurch mitbedingten Tendenz zur Altersarmut. Eine weitere mit dem Altern in Verbindung stehende Signifikanz ist, dass physische, seelische und soziale Dimensionen von Kranksein zugleich und einander bedingend auftreten, während sie bei jüngeren Menschen in der Regel  voneinander getrennt sind.

Zu entsprechenden, dem entgegen tretende präventive Maßnahmen, die auch im Alter umsetzbar sind, zählen Bewegung des Körpers und des Geistes, Hirnleistungstraining – auch Beseitigung von Sturzgefahren-quellen.

In einer Klärung des Begriffs „Demenz“ wurden verschiedene zeitliche Phasen des Erkrankungsverlaufes festgehalten: Von emotionalen Störungen, die oft als erstes Merkmal auftreten, Antriebarmut, diffuse Ängste über Sprachstörungen, Sturzgefährdungen und sozialen Ausfallerscheinungen im fortgeschrittenen Stadium bis hin zu Wahnsymptomen, Ruhelosigkeit und Depression.

An diesen Punkt anschließend wurden nochmals präventive, entgegenwirkende Maßnahmen genannt, die zugleich ein tragender Boden für eine bleibende, im Alter fortbestehende Lebensqualität bilden können; gesunde, fettarme Ernährung, „kongitive Reserven“ in Form von Schul-, Studien- oder privater Bildung, Bewegung, hier auch die „Fingerbewegungen“, die das Spielen eines Musikinstrumentes voraussetzt. Abschließend wurde auf bekannte Musiker verwiesen, die sich bis ins hohe Alter eine Selbstständigkeit und geistige Agilität bewahren konnten und Beispiel geben für den Wert eines „In-Übung-Bleibens“ auch und gerade im hohen Alter.

In der anschließenden Diskussionsrunde lag der Schwerpunkt vor allem auf den Anzeichen einer beginnenden Demenz und dem richtigen Umgang der Nahestehenden und Angehörigen damit - und auf dem Wert einer akzeptierenden und verstehenden Haltung, die einem Betroffenen entgegengebracht wird.

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms:

 

„Familienzuwachs“ bei der Ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef e.V.

 

Zwölf neue Hopsizhelfer nehmen teil an Sendungsgottesdienst und anschließendem Kennenlernabend am 1. September

 

Es war ein feierlicher Abschluss und auch Neuanfang: In einem zehn Monate andauernden Hospizhelfer-Befähigungskurs wurden die dreizehn Kursteilnehmer vertraut gemacht mit den wesentlichen Schwerpunkten und Inhalten der Hospizarbeit. Diese ordnen sich durchweg um die Kernthemen „Wahrnehmung“, „Haltung“ und „Kommunikation“ – in praktischen Übungen, Exkursen, Arbeiten mit Filmausschnitten, Gesprächen wurde ein jedes dieser Themen vertieft und durch die rege Teilnahme der Kursteilnehmer auch bereichert. In einem  Kurswochenende im Rosa Flesch-Tagungszentrum in Waldbreitbach wurden die Netze des Kurses noch einmal ausgeworfen, der gemeinsame Weg der Gruppe im Rahmen einer geteilten guten Zeit zu einem geselligen Ausklang gebracht. Die Kursteilnehmer erlebten das Wochenende als einen abschließenden Höhepunkt des gesamten Kurses.

Der Sendungsgottesdienst sollte das „feierliche letzte Wort“ sprechen, den neuen Hospizhelfern Zuspruch und Segen für ihre neue Tätigkeit zukommen lassen. Und er sollte mit einem anschließenden Kennenlerntreffen die Möglichkeit zu einer ersten Begegnung der neuen Hospizhelfer mit der bestehenden Hospizgruppe sein.

Es fanden sich an die vierzig Teilnehmer aus beiden Gruppen in der Bad Honnefer Kirche St. Johann Baptist ein. Geleitet wurde der ökumenische Sendungsgottesdienst vom katholischen Pfarrer Bruno Wachten und vom evangelischen Pfarrer Uwe Löttgen-Tagnermann. Von beiden Geistlichen wurde noch einmal die Bedeutung und der besondere Stellenwert der Hospizarbeit und –begleitung innerhalb des christlichen Dienstes am Nächsten hervorgehoben. Und es wurde daran erinnert, das die Hospizhelfer in ihren Begleitungen immer in der Zusage und Gemeinschaft mit Christus stehen, in dem Anfang und Ende eines Lebens geborgen sind. Diese Zusage wurde zusätzlich in Form einer Sammlung geistlicherTexte, dem „neuen evangelischen Pastorale“, an jeden der neuen Helfer gegeben.

Beim Kennenlernabend, der im Pfarrsaal stattfand, übergab die Vereinsvorsitzende Irmgard Kraft den anwesenden neuen Hospizhelfern sowohl Zertifikat wie auch Sonnenblume, das Symbol der Ökumenischen Hospizbeweung Bad Honnef e.V. Auch im anschließenden regen Austausch zwischen „alten“ und „neuen“ Helfern wurde der Abend zu einem neuen gemeinsamen Abschnitt für die zukünftige Arbeit der Ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef e.V. 

  

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms über das Abschlusswochende der Kursteilnehmer des Befähigungskurses für Ehrenamtliche Sterbebegleitung der Ökumenischen Hospizbewegung in Bad Honnef

 

 

                                                          

Ein intensives - aber auch ausgelassenes - Abschlusswochenende erlebte Anfang August die muntere Teilnehmergruppe des Befähigungskurses 2013/2014, der auch in diesem Jahr wieder angeboten wird. 10 Monate lang haben die Teilnehmr an zahlreichen Abenden und einigen Samstagen zu verschiedensten Themen vieles erfahren, das als Rüstzeug für Sterbebegleitung dient.  Aber auch für die persönliche Entwicklung derTeilnehmer war der Kurs bereichernd. Das Abschlusswochenende bot noch einmal Gelegenheit den Kurs Revue passieren zu lassen, in sich zu gehen und die Gemeinschaft zu stärken. Dazu boten Kloster und Tagungszentrum in Waldbreitbach den idealen Rahmen

                              

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms über einen Besuch bei einer "Frau der ersten Stunde" der Ökumenischen Hospizbewegung in Bad Honnef,  

Wie alles anfing - Katharina Dietz 

 Erfahrungen einer Frau der ersten Stunde

 

„Ich würde mich über einen Besuch freuen – es gibt so viel zu erzählen“ – mit diesen Worten hatte Katharina Dietz die Einladung ausgesprochen. Und sie sollte Recht behalten: Es gab viel zu erzählen – über die Anfänge der ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef.  

 

Ich  machte mich auf den Weg, klingelte, und noch bevor ein Wort gewechselt wurde, war der erste prägende Eindruck unseres Treffens ein freundliches Lächeln und eine nicht weniger freundliche Stimme, die mich bat, einzutreten. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass die ökumenische Hospizbewegung von Beginn an in guten Händen war.

 

Wir setzten uns an den Wohnzimmertisch, auf dem bereits eine Mappe mit Zeitungsartikeln über die ersten Jahre der Hospizbewegung lag – sorgfältig ausgebreitet wie eine Sammlung verborgener Schätze: Über die Gründung des Vereins im Jahr 1997, über den ersten Tag der offenen Tür ein Jahr darauf, der einen Einblick in die noch so junge Arbeit der Hospizbewegung geben sollte. Zu diesem Zeitpunkt war Katharina Dietz bereits eine tragende Kraft für den Verein. Und sie war die Erste, die eine Hospizbegleitung wahrnahm, weil ihr als Älteste der Gruppe die meiste Erfahrung zugesprochen wurde: „Für die Anderen war klar, dass ich die erste Begleitung übernehmen musste – also habe ich sie übernommen.“

 

Es gibt in der Hospizarbeit eine „Schwelle des ersten Mals“: Man ist zwar ausgebildet und vorbereitet, hat aber keine Erfahrungen, auf die man zurückgreifen könnte. Der Hospizhelfer geht „schutzlos“ in die Begleitung hinein, mit nichts als dem im Herzen Verstandenen und dem Wunsch, zu helfen. So war es auch diesmal – nur dass diesmal der gesamte Verein vor dieser Schwelle stand. Katharina Dietz begab sich sozusagen stellvertretend für die Anderen und den Verein in die Begleitung – sie ist damit nicht nur eine Frau der ersten Stunde, sondern auch des ersten Schrittes gewesen.

 

„Darf ich ihr Gesicht betasten? Damit ich weiß, wer Sie sind…“ Das war die erste Frage der Begleiteten an Katharina Dietz – sie war blind, und hatte keine andere Möglichkeit, sich ein Bild von ihrer Begleiterin zu machen. Aus dieser Erfahrung wurde einer der ersten Impulse, der die weitere Arbeit der Hospizbewegung prägen sollte und wie von selbst in sie überging – und der am besten in der Geschichte des „Kleinen Prinzen“ seinen Ausdruck findet: „Das Wesentliche sieht man nur mit dem Herzen gut.“ Nach dieser ersten Kontaktaufnahme war die Begleitete in der Lage, Katharina Dietz besser zu sehen als Andere mit intakten Augen. Jemanden sehen heißt in der Hospizarbeit nichts Anderes, als sich auf ihn einzulassen – jemanden zu sehen, heißt dann, ihn zu kennen: „Ich weiß, wer Du für mich sein möchtest“. Diese Erfahrung gewann in der ersten Begleitung schnell an Raum – und aus ihr wuchs mehr und mehr Dankbarkeit:  für geschenkte Zeit und geschenktes Vertrauen.

 

Auf dem Boden dieser ersten Erfahrungen fand mit der Zeit alles und jeder seinen Ort, mit seinen Gaben, seinen Eigenschaften, seiner Besonderheit in einer Hospizbegleitung. So löste sich eine weitere Wahrheit ein: „In jedem ist etwas Kostbares, das in keinem Anderen ist“ – die Gabe, zuzuhören, die Gabe, auszuhalten, Halt zu geben, etwas zu öffnen, zu bewegen, zu trösten, mitzugehen: …angestoßen durch die Erfahrungen der ersten Stunde fand jeder „seine Begleitung“. Ihr war er allein dadurch gewachsen, dass er sich mit seiner ganzen Person in sie hineinwagte und sie damit schon öffnete.

 

„Mehr war nicht notwendig – und man bekam es tausendfach als Dank zurück“, erinnerte sich Katharina Dietz. Als Hospizhelfer hört man nicht auf, das Geschenk zu entdecken, das mit dem bloßen Da-sein selbst gegeben ist. Da-sein und Für-jemand-da-sein sind in der Hospizarbeit Eines. Diese Art, da zu sein, kann man nicht lernen, weil man es (unbewusst) immer schon tut – aber man kann lernen, es wertzuschätzen und bewusst in den Dienst zu stellen. Das sind die eigentlichen Inhalte einer Qualifikation zum Hospizhelfer, und es waren auch die Schlüsselerfahrungen in den Anfängen der ökumenischen Hospiz-bewegung Bad Honnef.

 

So fanden sich immer wieder neue Hospizhelfer, die die gleichen Erfahrungen machen durften, mitteilten und weitergaben – eine Bewegung, die sich bis heute weiter gibt und die Arbeit des Vereins bereichert, mit Geschichten, Gesichtern, Menschen, die sich zur Gabe für Andere machen.

 

Eines der ersten dieser Gesichter ist das von Katharina Dietz. Als wir uns am Ende des Gespräches verabschiedeten, uns die Hand gaben, war es schön zu sehen, dass dieses Gesicht immer noch ein lächelndes ist und bis heute nichts von seiner Wärme und Lebendigkeit verloren hat.

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms zum Vortragsabend am 19.03.2014 über das Thema "Sterbe- und Trauerbegleitung im Christentum"     

 

Mit dem Vortragsabend über Formen und Inhalte des Sterbens und Trauerns im Christentum wurde die Vortragsreihe „Sterben und Trauern in den Weltreligionen“ abgeschlossen, nachdem an drei Abenden die entsprechenden Formen und Inhalte jeweils im Buddhismus, Judentum und Islam vorgestellt und vertieft wurden.

 

Referent Herr Wachten

Die Vortragenden für diesen vierten und abschließenden Abend waren der evangelische Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann und der katholische Pfarrer Bruno Wachten. (siehe auch Bildergalerie

 

 

Einstieg in den Vortragsabend war der Hinweis auf den kulturellen Wandel und die verschiedenen kirchlichen Facetten, in denen sich das Christentum bewegt – aber auch auf die Schwerpunkte der gemeinsamen Überzeugung, die am Anfang des christlichen Glaubens stehen: „Christus wird wiederkommen“, und die sich daran anknüpfende Auferstehungshoffnung, an die auch die philosophischen Leib-Seele-Konstrukte nicht heranreichen.

Im Mittelalter ausschlaggebend war die Geborgenheit, in die diese Überzeugung die menschliche Existenz mit samt ihrer Sterblichkeit zu stellen vermag.

Im Kontrast dazu wurde die heutige Verdrängungskultur gesetzt, in der Leben und Tod als einander ausschließende Gegenprinzipien gelten.

Dem stellt das christliche Verständnis von Sterben und Tod entgegen: „Der Mensch ist zu schade, um einfach nur zu sterben.“

Dieses Grundverständnis findet sich in bestimmten Formen und Ansprüchen wieder, die den Glauben als gültige Wirklichkeit einlösen: So lehnte der Bestatter Roth jede anonyme Bestattung mit der Erklärung ab: „Niemand stirbt namenlos.“ – Und: „Es braucht einen Ort für die Tränen.“

Es ist der Anspruch, dass die Würde des Menschen über den  Tod hinaus fortbesteht. Die Individualität des Sterbebprozesses wird zum Anspruch und zur Maßgabe. Er wird zu etwas dem Leben (und seiner individuellen Ansprüche) Zugehörigem. Diese Vertrautheit des Umganges mit dem Sterben, die in der früheren gesellschaftlichen (christlich geprägten) Umgangsweise einen festeren Platz hatte, erklärt auch, dass ein Sich-dem-Tod-Stellen älteren Generationen oft leichter fällt als jüngeren Generationen.

Die christlichen Formen des Umganges mit Sterben und Trauern erweisen sich als Halt gebend.

Der Vergleich der – von Zeit zu Zeit - unterschiedlichen Umgangsformen und der Konsequenzen für den Einzelnen und seiner Befindlichkeit stellt noch einmal verschärft die Frage: Passt sich die Lebenswelt diesen Formen an – oder müssen sich die Formen der Lebenswelt anpassen. Anders gefragt: Wird der Person und den zeitlichen Notwendigkeiten des Abschiedsprozesses und der Trauerarbeit (auch strukturell) Rechnung getragen, oder treten die sog. Sachzwänge (mit der folgerichtigen Erkenntnis der „Ineffektivität“ solcher Notwendigkeiten) an deren Stelle mit den sich bereits abzeichnenden Folgen der Tabuisierung und Verdrängung der Lebenszugehörigkeit des Sterbens?

Ausschlaggebend für einen natürlichen Umgang mit Sterben undTrauer ist die Aufgeschlossenheit und Achtung gegenüber den christlichen Umgangsformen, die in ihrer Gewachsenheit den kulturellen Umgang mit Sterben und Trauer über Gegenrationen hinweg geprägt haben. Sakramente haben eine besiegelnde Funktion: „Der Herr  vollende an Dir, was er begonnen hat“ und geben die Möglichkeit, das Gedenken an den Verstorbenen zum gemeinsamen Erlebnis werden zu lassen – und dem Erinnern einen bleibenden Ort zu geben, vom Rand in die Mitte des gesellschaftlichen Lebens gebracht.

Ausschlaggebend bleibt (auch hier) die Frage, wie mit dem Sterben und dem Verstorbenen umgegangen wird – „be-greifend“ oder„ver-drängend“ – ob wir uns hineinwagen in den unverlierbaren Lebensraum, der im Sterben  geborgen ist, oder ob wir an der Schwelle stehen bleiben, an der sich Leben und Tod  als einander ausschließende Gegenprinzipien auszumachen scheinen.

 

Die anschließende Fragerunde und eingebrachte persönliche Lebensbeispiele bestätigten und vertieften noch einmal die Erfahrung, wie entscheidend für das Erleben von Sterben und Tod der Umgang damit ist und die tradierten Formen – in der Frage, ob sich beides außerhalb oder innerhalb des (alltäglichen) Lebens ereignet.

Aus eigener Erfahrung bestätigt wurde auch die Wichtigkeit, sich in die Erfahrung des Sterbens und des Redens darüber hineinzubegeben, um ihre Inhalte und die der christlichen Hoffnung auch für Kinder vermittelbar zu machen – und um das Gespräch über Sterben, Tod und Auferstehung lebendig zu halten.

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theol. Guido Wilms zum Vortragsabend am 11.03.2014 über das Thema "Demenz - was ist das eigentlich?" in der Parkresidenz Bad Honnef    

 

Der Vortragsabend fand am 11. März in der Bad Honnefer Parkresidenz statt. Er sollte eine Orientierunghilfe geben zum ThemenbereichDemenz, hier vor allem mit dem Schwerpunkt auf der Begleitung dementiell Erkrankter Sterbender.

Adressiert war dieser Abend nicht nur an Angehörige undPflegekräfte, sondern auch an alle, die an diesem Thema und (weiteren) Informationen Interesse hatten.

Entsprechend groß war die Resonanz: Neben Bewohnern und Pflegekräften aus dem Haus kamen zahlreiche Teilnehmer „von außerhalb“ hinzu, die das bereitgestellte Platzangebot  vollständig ausschöpften.

Nach einer abschließenden Diskussionsrunde zu den Grenzen und Herausforderungen in der Begleitung dementiell Erkrankter blieb bei den Besuchern der Eindruck einer reichhaltigen Veranstaltung, die Klärung in einem immer noch weitgehend tabuisierten Thema bot.

   

 

 

Bericht zum einem besonderen "Danke schön"-Abend am 15.11.2013  

 

Da unsere Hospizhelfer sozusagen Arme und Beine des Hospizes sind und da ohne sie deshalb unsere Arbeit nicht denkbar wäre, sollte auch in diesem Jahr wieder ein offizielles Dankeschön in Form eines gemeinsamen Abends an die Gruppe der Ehrenamtlichen entrichtet werden, die sowohl aus den Hopsizhelfern wie aus Vertreten des Vorstandes gebildet wurde. Und da es eine Überraschung sein sollte, wurde bis zum Abend selbst Stillschweigen darüber bewahrt, wo die Veranstaltung stattfinden sollte – die Eingeweihten hielten sich an ihre Schweigepflicht.

Umso größer war die freudige Rückmeldung, als den noch Unwissenden mitgeteilt wurde, dass es nach Rhöndorf zum Winzer Broel gehen sollte - und umso größer die Erleichterung beim „Vorbereitungsteam“, wohl die richtige Idee für den Abend gehabt zu haben…

…so waren es denn insgesamt an die 20 Personen, die sich in Rhöndorf einfanden, um dort vom Winzer Broel persönlich begrüßt zu werden. Zur Eröffnung führte er uns in den Weinkeller und erzählte uns von verschiedenen Ereignissen und Legenden, die sich dort inmitten der Weinfässer und auf den Kellerstufen ereignet hatten, wie z.B. der Begießung des Grundgesetzes im Zuge einer Weinprobe Konrad Adenauers auf den Kellerstufen.  

Nach der kurzen Unterweisung fanden sich die Teilnehmer zur Weinprobe in einem eigens dafür hergerichteten rustikal-urigen Raum ein, der einen guten Rahmen bot. Ohne große Umschweife nahm Herr Broel die Gruppe mit auf eine Reise durch die Hausschätze und Kostbarkeiten der hauseigenen Winzerarbeit: Insgesamt fünf Weißweine wurden eingeschenkt und verkostet, eingeleitet durch ausgiebige Beschreibungen zu Aroma, Farbe, Charakter, die so manche Wortprägung aus dem Vokabular eines echten Weinkenners hervorbrachten.

Anschließend fand die Weinprobe bei selbst mitgebrachter Kürbissuppe, belegten Brötchen, Fruchtcreme und ein wenig Livemusik einen noch lange andauernden Ausklang.  

Und so wurde es ein Abend, der von allen Teilnehmenden als herzliches Dankeschön für ein fruchtbares, gemeinsames Jahr in der Hospizarbeit für die Ökumenische Hospizbewegung Bad Honnef e.V. und alle von ihr Begleiteten mitgenommen wurde (siehe auch "Bildergalerie").

 

 

Bericht unserer Koordinatoren Dipl.-Theol. Guido Wilms und Nicola Hamelmann zum Vortragsabend am 14.11.2013 über das Thema "Sterbe- und Trauerbegleitung im Islam"    

 

Vortrag Frau Hülya Ceylan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Referentin für diesen Abend war Frau Hülya Ceylan, die alsSozialarbeiterin und Pädagogin arbeitet und sich für den muslimisch-christlichen Dialog engagiert. Entsprechend reich war der gutbesuchte Abend an fundierten und umfassenden Informationen zu muslimischen Grundsätzen und Hintergründen im Sterben und Trauern – und den Formen ihrer Umsetzung:

Grundsätzlich, so auch in den Bereichen des Sterbens und Trauerns, erweist sich der Islam als Schriftreligion, die ihren Focus vor allem auf der Schriftgemäßheit hat, also der unmittelbaren Umsetzung dessen, was in den islamischen Schriftquellen für die Generationen und Zeiten festgehalten wurde. Der Islam versteht das Leben als solches und alle zu ihm gehörenden Inhalte als Gottesdienst – und Gottesdienst ist das Bezeugen der Gültigkeit des gegebenen Wortes Gottes durch die Rückbindung aller Inhalte des muslimischen Lebens an das Wort Gottes. Damit rücken der Koran als gegebenes Gotteswort und die Sunnaals Quelle für Beispiele aus dem Leben des Propheten Mohammed auch und gerade im Sterben in den Blick. Im Blick auf die (zeitliche) Endgültigkeit des irdischen Lebens erweist sich so das Wort und das bezeugende (wortgemäße) Leben als endgültig – als geltendes letztes Wort über das Leben der verstorbenen Person und die Trauer der Nahestehenden. 

Dazu gehört auch die Unterstützung der trauernden Familie durch die Gemeinde, deren Mitglied sie sind – und zuvor auch der Besuch des Erkrankten – und der Beistand für den Sterbenden, denn „sterben soll niemand alleine“. Beistand wird auch gespendet durch Rezitation der Koran-Sure 36, die den Trost und den Beistand für den Sterbenden ausspricht und im Aussprechen spendet. Der Sterbende soll in Richtung Qibla, in die Gebetsrichtung - in dieRichtung Mekkas, des zentralen islamischen Pilgerortes – gelegt werden.

Unmittelbar nach Eintritt des Todes werden die Vorbereitungen für die Bestattung des Verstorbenen getroffen: Unter dem Gebet der sich im Raum Befindenden werden dem Verstorbenen die Augen geschlossen und dessen Kinn festgebunden. Die Arme werden seitlich gelegt und ein schwerer Gegenstand auf den Bauch des Verstorbenen, damit keine weitere Luft im Bauch des Leichnams zurückbleibt. Zu diesem Zeitpunkt findet keine weitere Koranrezitation mehr statt, da das letzte Wort über das irdische Leben und Sterben der verstorbenen Person bereits gesprochen ist und man sie eingehen lässt in die Bedeutung des Gesprochenen. Für die Totenwaschung und das Einwickeln in die Leichentücher gilt das Übernehmen dieser Dienste von Frauen bzw. Männern, abhängig davon, ob es sich bei der verstorbenen Person um eine Frau bzw. einen Mann handelt.

Die Familie des Verstorbenen entscheidet über die Form der Trauerfeier – unmittelbar nach Übermittlung der Todesnachricht wird von ihr der Satz ausgesprochen: „Wir gehören Allah und zu ihm kehren wir zurück“. Unter die Gewissheit dieser Glaubenswahrheit weiß sich die Familie in der Trauerfeier, unabhängig von der gewählten Form dieser Feier, gestellt.

Für die seelsorgliche Begleitung der betroffenen Familie gibt es eine christlich-muslimiche Zusammenarbeit in der Notfallseelsorge – die ist so strukturiert und organisiert, dass eine kurzfristige Handlungsfähigkeit bei Eintreten eines Notfalles möglich ist.

 

In der abschließenden Diskussion wurden besonders die Möglichkeiten einer Kontaktaufnahme mit der christlich-muslimischen Seelsorge bei religiösen Fragen im Kontext eines Notfalles aufgegriffen - und die bereits bestehende Bereitschaft zu einem interreligiösen Dialog gewürdigt, die sich in der Zusammenarbeit in diesem Bereich zeigen.

 

 

Bericht unserer Koordinatoren Dipl.-Theol. Guido Wilms und Nicola Hamelmann zum Vortragsabend am 24.10.2013 über das Thema "Sterbe- und Trauerbegleitung im Judentum"

 

Vortrag Frau Henny Bassenge

   

Der Vortragsabend wurde am Samstag, den 24. Oktober, von Frau  Henny Bassenge gehalten, die im „Esraclub Synagogen-Gemeinde Köln“ als Leiterin arbeitet. Ort der Veranstaltung war das katholische Pfarrheim St. Johann Baptist Bad Honnef. Die Veranstaltung wurde von etwa zwanzig interessierten Teilnehmern besucht und bot einen umfassenden Einblick in die entsprechenden jüdischen Traditionen und Riten.

Leben wird im Judentum als Gottesdienst angesehen. Grundsätzlich wird die Sorge für den eigenen Körper in Blick auf Gesundheitsherstellung und Lebensverlängerung als Pflicht gegenüber dem angesehen, der uns als sein Ebenbild erschaffen hat. Das bedeutet aber nicht, dass man auf eine Patientenverfügung zu verzichten hat - in allem, und auch hier, gilt es, die menschliche Würde zu bewahren.

Kennzeichnend für das Judentum ist eine bewusste Bindung an Schrift und Rituale, die identitätsstiftend sind. Im Alltag sollen sie Orientierung, Hilfe und Halt geben. Das gilt insbesondere für Sterben und Trauer. Der Sterbende soll Abschied nehmen können von seiner Familie und er soll Gelegenheit bekommen, Vergebung seiner Sünden zu erhalten.

Unmittelbar nach dem Versterben wird eine Kerze als Symbol des ewigen Lebens entzündet und die Totenwache gehalten. Dabei werden Psalmen und Gebete gesprochen. In ihnen wird noch einmal das Vertrauen ausgesprochen, dass Gott den Geist und das Leben gegeben und genommen hat.

Wesentlich ist für das Judentum die Einteilung in drei Trauerphasen:

Die erste Trauerphase dauert sieben Tage, in dieser Zeit ist der Trauernde entbunden von religiösen Pflichten, seiner Arbeit und Alltäglichem, wie z.B. Kochen. Die Gemeinde sorgt für den Trauernden.

Die zweite Trauerphase umfasst nach Mose dreißig Tage und ist geprägt von Beten, Gutem-Tun, Geben von Geldspenden und Verzicht auf Vergnügen. In dieser Zeit stehen die Gemeindemitglieder in der Pflicht, den Trauernden zu trösten.

Die dritte Trauerphase dauert elf Monate – in denen dasTrauer-Kaddisch täglich gebetet wird. Dieser beinhaltet nicht die Trauer als solche, sondern die Lobpreisung Gottes, dem die (weitere) Trauer anvertraut wird. Die Trauernden erfahren darin Halt und Rückführung in das  alltägliche Leben.

Sterbe- und Trauerbegleitung wird als wesentlicher Bestandteil der Gemeindearbeit angesehen – das bedeutet nicht, dass nicht auch eine Sterbe- und Trauerbegleitung von außerhalb der Gemeinde –  z.B. von Hospizdiensten – angenommen werden kann.

 

 

Bericht unseres Koordinators Dipl.-Theologen Guido Wilms zum Vortragsabend am 9.9.2013 über das Thema "Sterbe- und Trauerbegleitung im Buddhismus"   

 

 

Vortragsabend am 9.9.2013

Es sollte ein Abend werden, der für viele einen ersten Einblick in ein weithin unbekanntes Feld eröffnete, da sich der Buddhismus „weit weg“ von unserem westlichen Kulturkreis befindet; und damit auch seine Auffassung von Sterben und Trauer.

 

Der Referent für diesen Abend, Dr. Werner Höbsch, kann mit seiner Promotion zum Buddhismus als Fachmann auf diesem Gebiet angesehen werden; entsprechend groß war das Interesse und die Neugierde der rund 25 Teilnehmer, die sich im Gemeinderaum der Luisenstrasse 13 einfanden.

Der Vortrag bot einen fundierten und detaillierten Aufriss über Sterbe- und Trauerriten des Buddhismus – er zeigte die wesentlichen Unterschiede zu unserem christlichen Verständnis: Geht es im Christentum vor allem um die Erfüllung, das „Beim-Namen-Gerufen-Sein“, ist es im Buddhimus die Loslösung, das „Entwerden“ im „Nirwana“ (am nächsten dem, was wir als „Nichts“ bezeichnen). Entsprechend geben die buddhistischen Sterberiten einen Rahmen, in dem der Sterbende für sich, von allen Bindungen befreit, in das Nirwana eingehen kann, während im Verständnis des Christentums die Bindungen fortbestehen und den Sterbenden „auf die andere Seite hin“ begleiten und tragen.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden vor allem Probleme der Organspende aufgegriffen, die sich aus der buddhistischen Vorstellung der „Unberührtheit“ des Verstorbenen ergeben können. Dem Referent gelang es, die Differenzierungen im Umgang damit aufzuzeigen, wo sie sich – wie im Blick auf eine Organspende – als notwendig erweisen.

Herr Dr. Werner Höbsch hielt „den roten Faden“ bis zum Abschluss eines inhaltlich gefüllten und bereichernden Vortragsabends.

 

Referent Dr. Höbsch

 

  

 

 

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